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Die Geschichte des Wassers

Rückblick

 
"Das Beste aber ist das Wasser." So sagte der altgriechische Dichtere Pindar, der im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt in Theben gelebt hat, in seinen "Olympischen Siegesliedern". Er spricht damit aus, was seit Beginn des Lebens auf der Erde Schicksal für Pflanze, Tier und Mensch gewesen und geblieben ist.
Für die hoch entwickelten Kulturen im Mittelmeerraum bedeutete Wasser Leben im Sinne von Überleben, da hier Wasser knapp und kostbar war.
 

Im Euskirchener Raum, in den Dörfern und auch in der Stadt Euskirchen wurde die Bevölkerung durch einzelne Brunnen und durch die fließende Welle (Mühlenbach, Veybach, Erft) versorgt. Die Einzelbrunnen standen an markanten Punkten der Stadt und in den Dörfern, so daß jedem die Möglichkeit zum Schöpfen gegeben war.

Gefördert wurde das Wasser mit dem Schöpfhaken, mit dem Kurbelwerk, später mit Pumpen.

Die Entwicklung der zentralen Wasserversorgung war der logische Schluß aus den neuen Erkenntnissen in der Hygiene. Sie lief parallel zum stürmischen Ausbau in der Technik, der Industrie und dem rasanten Bevölkerungszu- wachs in den Städten. In Euskirchen war die Brandkatastrophe 1886 der Anlaß zum Ausbau.

 
   
Abbildung: Karte der römischen Wasserleitung.
 
Abbildung: Blick in den Kirchwall mit Pump von der Kessenicher Straße aus.  
   
Von daher ist es auch zu verstehen, daß die Wasserversorgung eine der ältesten Gemeinschafts-arbeiten der Menschheit war. In der Antike befand sich die Trinkwasserversorgung und die öffentliche Hygiene auf einem Stand, der uns heute noch ins Erstaunen setzt.
Das beste und naheliegendste Beispiel hierfür ist der "Römerkanal", der Köln zur Römerzeit aus der Eifel täglich mit etwa 30.000 m³ Wasser versorgte.
     
Abbildung: Römische Wasserleitung bei Kreuzweingarten.

Bis 1890 hatten 42 Groß- und Mittelstädte in Deutschland eine zentrale Wasserversorgung. Im linksrheinischen Raum wurden 1874 in der Stadt Bonn, 1885 in der Stadt Düren, 1887 in der Stadt Euskirchen und 1897 in der Stadt Zülpich die Wasserwerke ausgebaut. Die Versorgung im ländlichen Bereich wurde erst nach der Jahrhundertwende, und zwar im Landkreis Bergheim 1905, im Landkreis Aachen und in Teilen des Kreises Euskirchen im Jahre 1909 und in den Bürgermeistereien Kuchenheim und Ollheim 1910, ausgebaut.

Über die Entwicklung der beiden zentralen Wasserversor- gungen, Stadtwerke Euskirchen und Wasserbeschaffungs- verband Kuchenheim-Ludendorf, in den Jahrzehnten ihres Bestehens, bis zum Zusammenschluß 1975, mag die Chronik uns einen kurzen Überblick geben. Sicher wird sie den Sorgen und der Arbeit, die der Betrieb, die Unterhaltung und der Ausbau der Werke, besonders in den Jahren des 1. und 2. Weltkriegs, in den Nachkriegsjahren, in der Weltwirtschaftskrise, in den heißen, trockenen Sommern oder aber den sehr kalten Wintern machte, nicht gerecht. Daher Dank an dieser Stelle allen, die für diese zentralen Versorgungen gedacht und gearbeitet haben.

   
Nach rd. 250jährigem Betrieb, und zwar mit dem Einfall der Franken, verfielen die Anlagen, da die Germanen aus der gemäßigten und wasserreichen Klimazone kommend, es vorzogen, das Wasser aus Flüssen, Bächen und aus dem Grundwasser zu schöpfen. Im Grunde genommen blieb diese Einstellung bis weit ins 19. Jahrhundert bis zum Bau der zentralen Wasserversorgung erhalten.